Primäres Weitwinkelglaukom (Offenwinkelglaukom, POAG)

Der Begriff Glaukom bezeichnet eine Gruppe von Erkrankungen, die Schädigungen des Sehnervs und Sehverluste zur Folge haben. Die häufigste Art von Glaukom ist das primäre Weitwinkelglaukom (Offenwinkelglaukom, POAG). Beim POAG kann die Flüssigkeit, welche normalerweise durch die Pupille in die vordere Augenkammer fließt, nicht durch den als Trabekelwerk bezeichneten Filtrationsbereich zum Abflusskanal (dem sogenannten Schlemm’schen Kanal) gelangen. Dies hat einen erhöhten Augeninnendruck (IOP) zur Folge. Normalerweise treten bei einem Glaukom keine Symptome und keine Warnsignale auf, und ohne angemessene Behandlung kann das Glaukom zur Erblindung führen. Die gute Nachricht: Durch regelmäßige Augenuntersuchungen, Früherkennung und Behandlung kann das Sehvermögen erhalten werden.

Die Behandlung hat die Reduzierung des Augeninnendrucks zum Ziel, entweder durch Reduzierung der Flüssigkeitsproduktion oder durch Verbesserung des Abflusses. Als erste Behandlungsmaßnahme können entweder Medikamente (in Form von Augentropfen) verabreicht oder eine Trabekuloplastik durchgeführt werden. Die Trabekuloplastik ist ein Verfahren, bei dem das Trabekelwerk mit Hilfe von Laserenergie verändert wird, um den Flüssigkeitsabfluss zum Abflusskanal zu erleichtern und damit den Augeninnendruck zu reduzieren.

Glossar:

Augeninnendruck (IOP) – Flüssigkeitsdruck innerhalb des Auges.

Cornea (Hornhaut) – Das durchsichtige „Fenster‟ an der Augenvorderseite.

Fovea – Das Zentrum der Makula, das für die größte Sehschärfe zuständig ist.

Glaskörper – Eine klare, gelartige Substanz, die die Augenmitte zwischen Linse und Netzhaut ausfüllt.

Iris – Verleiht dem Auge seine Farbe, reguliert Durchmesser und Größe der Pupille.

Kammerwasser – Die von den Ziliarfortsätzen produzierte Flüssigkeit, welche den Raum zwischen Hornhaut und Linse füllt. Versorgt Hornhaut, Iris und Linse mit Nährstoffen und hält den Augeninnendruck stabil.

Linse – Die transparente, bikonvexe Struktur innerhalb des Auges, durch welche Lichtstrahlen auf die Netzhaut fokussiert werden.

Pupille – Die Öffnung in der Iris-Mitte, welche die Menge des in das Auge einfallenden Lichts reguliert.

Retina (Netzhaut) – Eine dünne Schicht lichtempfindlichen Gewebes, mit welcher die Innenfläche des Auges ausgekleidet ist. Sie wandelt das Licht in Signale um, die über den Sehnerv zum Gehirn übertragen und als die gesehenen Bilder interpretiert werden.

Schlemm’scher Kanal – Ein kreisförmiger Kanal im Auge, der Flüssigkeit aus der Augenvorderkammer in den Blutkreislauf abführt.

Sehnerv – Der größte Sinnesnerv, der die Netzhaut mit dem Gehirn verbindet und die von der Netzhaut erzeugten Impulse überträgt.

Sklera (Lederhaut) – Die zähe, weiße Außenschicht des Augapfels.

Trabekelwerk – Ein schwammartiges Gewebe um die Winkelbasis, die Flüssigkeit in den Schlemm’schen Kanal ableitet.

Winkel – Zusammentreffen der vorderen Iris-Oberfläche und rückseitigen Hornhaut-Oberfläche, wo Kammerwasser aus dem Auge gefiltert wird.

Ziliarfortsätze – Produzieren Kammerwasser.